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Mädchengewalt: Verstehen und Handeln

Jugendgewalt ist überwiegend männlich und der politische und gesellschaftliche Fokus auf jun- ge Männer gerichtet. Mädchengewalt wird hingegen schnell als Randproblem abgetan und weibliche Jugendliche werden kaum als eigene Zielgruppe wahrgenommen.

Die gesellschaftlichen und psychosozialen Folgen, die durch die Entwicklungs- und Beziehungsprobleme jugendlicher Gewalttäterinnen im Laufe des Lebens entstehen, sind jedoch beträchtlich. Mädchen und junge Frauen benötigen eigenständige Interventionsansätze, die sich in mehrfacher Hinsicht von denen für gewalttätige Jungen unterscheiden.

Die Weiterbildung „Zertifizierte(r) Fachpädagoge/in für die Anti-Gewalt-Arbeit mit Mädchen“ vermittelt spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten für die Arbeit mit gewalttätigen Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 21 Jahren.

Grundlage bildet das Kölner Anti-Gewalt-Programm für Mädchen (KAPM). Dieses wurde speziell für die oben genannte Zielgruppe entwickelt und erprobt sowie wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Das Konzept berücksichtigt die Erfahrungen aus der Arbeit mit ca. 200 jugendlichen Mehrfach-Gewalttäterinnen.

Im Fokus der Weiterbildung stehen die Mädchen und jungen Frauen in ihrer Ganzheit und nicht nur in ihrem Problemverhalten.

Vermittelt wird ein geschlechtersensibler Ansatz: Das Gewaltverhalten von Mädchen wird im Zusammenhang mit Geschlechterbildern und geschlechtertypischen Machtverhältnissen betrachtet, geschlechtsspezifische und sozialisationsbedingte Hintergründe, die mit Gewaltverhalten und eigenen Gewalterfahrungen zusammenhängen, werden berücksichtigt. Die Gesamtkonzeption richtet sich aus an den Besonderheiten im Gewaltverhalten junger Frauen, mädchenspezifischen Risiko- und Schutzfaktoren für die weitere Entwicklung und den kulturell geprägten Rollenerwartungen und Widersprüchen, mit denen die Mädchen und jungen Frauen leben.

Da komplexe traumatische Erfahrungen in engem Zusammenhang mit der Entstehung und Persistenz devianten Verhaltens stehen, werden zudem psychotraumatologische Erklärungsmodelle und Ansätze für die Pädagogik vermittelt.

Die Weiterbildung vermittelt neben wissenschaftlich fundierten Fachkenntnissen vor allem praktische Erfahrungen und Möglichkeiten zum Fachaustausch und zur Selbstreflexion und unterstützt bei der Entwicklung von Anti-Gewalt-Konzepten für die eigene Einrichtung.

Neben der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen kommen als Methoden u.a. Fallbesprechungen, Rollenspiele, und traumapädagogische Ansätze zum Einsatz. 

Anja Steingen hat in Zusammenarbeit mit Melanie Gehring-Decker und Katharina Knors die Erfahrungen des Kölner Anti-Gewalt-Programms für Mädchen (KAPM) im Buch:

Mädchengewalt: Verstehen und Handeln

zusammengetragen. Das Buch gibt einen Einblick in die Lebenswelten gewalttätiger Mädchen und beschreibt das Phänomen, die Hintergründe und die Zusammenhänge von Mädchengewalt. Es vermittelt und begründet konkrete Interventionen für die pädagogische Praxis und enthält zahlreiche Fall- und Praxisbeispiele sowie Übungen für den Umgang und die Arbeit mit gewalttätigen Mädchen.

Infos zum Buch finden Sie hier

Mädchengewalt: Verstehen und Handeln

Fachstelle für Gewaltprävention AWO Kreisverband Köln e.V.
Venloer Wall 15
50672 Köln

gehring@awo-koeln.de
www.awo-koeln.de

Themen

Gewaltprävention
Konfliktmanagment
Streitschlichtung

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