Gefördert durch

Ich schaffe es

Ausgangssituation

Wir wollen eine möglichst friedliche und gewaltfreie Atmosphäre in unserer Schule schaffen, wie dies auch von den meisten Schülerinnen und Schülern gefordert wird. Besonders körperliche und verbale Übergriffe sollen verringert werden.


Wer ist am Projekt beteiligt?

Es sind alle Schülerinnen und Schüler und alle Lehrerinnen und Lehrer beteiligt. Eltern- und Schülervertreter wurden in die Planung einbezogen. Bei der Durchführung unterstützen uns Eltern und unser Förderverein.


Konzeptionelle Basis:

Wir haben ein Konzept entwickelt, das friedliche Schülerinnen und Schüler belohnt und in ihrem positiven Verhalten bestärkt. So ist der Blick nicht auf die „Störer“ gerichtet, sondern auf die Schülerinnen und Schüler die sich gut benehmen können, sie finden Beachtung und werden gestärkt.

Schülerinnen und Schüler, die noch nicht alle Regeln einhalten können, sollen durch ein Sozialtraining in ihrer sozialen Kompetenz gefördert werden. Wir gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht angemessen verhalten, soziale Situationen nicht richtig entschlüsseln und sie haben ein zu geringes Handlungsrepertoire, um sich in für sie schwierigen Situationen angemessen zu verhalten.

In dem Sozialtraining sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, soziale Situationen angemessen zu entschlüsseln und ihr Verhaltensrepertoire zu erweitern, um angemessen handeln zu können. Sie erhalten so die Möglichkeit positive Verhaltensweisen aufzubauen und auszuprobieren.

Beim Sozialtraining werden Bausteine verschiedener Konzepte verwendet. Wir benutzen als Grundlage das Konzept „Fit for Emotion“ von Hillenbrand / Hennemann zum Aufbau prosozialer Verhaltensweisen und Elemente des Programms Quest. Je nach Alter der Teilnehmer des Sozialtrainings variiert der Schwerpunkt des Trainings. Es wird neben den oben genannten Inhalten kooperatives Miteinander gefördert. Aber auch negative Verhaltensweisen analysiert und hinterfragt, die teilweise im Rollenspiel nachgestellt und mit alternativen Handlungsmöglichkeiten verändert. Mit einigen Schülern werden auch Verträge geschlossen, um unerwünschtes Verhalten zu reduzieren.

Besonders wichtig ist die Stärkung der Kinder, die unsere Regeln einhalten. Das Einhalten der Regeln erhält so eine positive Wertschätzung.


Umsetzung des Programms:

Durch Befragung aller Schülerinnen und Schüler wurde eine Rangfolge einzuhaltender Regeln ermittelt.

Mit der ersten Regel wurde begonnen. (Ich bin freundlich, ich beschimpfe und beleidige niemanden)

Nach und nach kamen weitere Regeln hinzu. (Ich bin friedlich,...)

Verstöße gegen die Regeln werden protokolliert. Beleidigt ein Schüler einen anderen, erhält er einen Strich. Bei körperlichen Aggressionen zwei Striche. Wer nach acht Wochen höchstens sieben Striche hat, darf am Belohnungstag teilnehmen. Durch die klare Reaktion bei Verstößen und klaren Konsequenzen werden auch die Kolleginnen und Kollegen entlastet. Es wird nicht diskutiert, ob jemand angefangen hat, sondern gleichermaßen bei Regelverstößen sanktioniert. Bei schweren Verstößen gibt es natürlich nach wie vor das Instrumentarium der Ordnungsmaßnahmen.

Die Aktivitäten decken sich weitgehend mit Wünschen der Schülerinnen und Schüler. (z.B. Schlittschuhlaufen, Kochen, Reiten, Sport, Museumsbesuche,…)

Schülerinnen und Schüler, die zu oft gegen die Regeln verstoßen, müssen am Sozialtraining teilnehmen.


Welche Wirkung soll erzielt werden und wie zeigen sich diese:

Verbale und körperliche Übergriffe sollen vermieden werden, unangemessene Störungen der Lehrerinnen und Lehrer in den Pausen und das Schreien auf den Fluren sollen verringert werden.

Durch den hohen Anreiz eines Belohnungstages wurden die Störungen in den Pausen erheblich reduziert und kommen nur noch selten vor. Die Anzahl verbaler und körperlicher Übergriffe hat sich stark verringert. Es gibt aber leider einzelne Kinder (oft Kinder mit zusätzlichem sonderpädagogischen Förderbedarf in der sozialen und emotionalen Entwicklung), die es trotz Bemühungen nicht schaffen eine Belohnung zu erhalten. Trotzdem ist aber immer wieder das Bemühen zu erkennen an einem Belohnungstag teilzunehmen und wir können Erfolge verzeichnen, dass Schülerinnen und Schüler nach mehrmaligem Sozialtraining es schaffen am Belohnungstag teilzunehmen.

Die Schülerinnen und Schüler legen großen Wert darauf in ihrem positiven Verhalten gewürdigt zu werden, besonders Schülerinnen und Schüler, die schon am Sozialtraining teilnehmen mussten.


Wie wird die Nachhaltigkeit für die Institution sichergestellt?

Das Projekt ist fester Bestandteil unseres Gewaltpräventionskonzeptes im Schulprogramm und fest im Schulleben verankert. Immer wieder fragen die Schülerinnen und Schüler nach den Belohnungstagen und machen Vorschläge für Aktivitäten.

Ich schaffe es

Schule an der Alten Leine
Am Schloonberg 7
29690 Schwarmstedt

anderAltenLeine-SfL@t-online.de

Themen

Gewaltprävention
Konfliktmanagment
Sozialkompetenz
Zivilcourage

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